Kunstwald und Zeche Teutoburgia in Herne

Nicht alle Zechen im Ruhrgebiet haben großartige Erfolgsgeschichten geschrieben. Die Zeche Teutoburgia im Herner Stadtteil Börnig, an der Grenze zu Castrop-Rauxel und dem Bochumer Norden, ist ein gutes Beispiel für Investitionen, die sich nicht ausgezahlt haben.

Zeche Teutoburgia in Herne

Der irische Unternehmer Thomas Mulvany, der die Zechen Shamrock, Hibernia und Erin gründete, hatte 1866 in Herne-Börnig sein Glück versucht, doch als sich herausstellte, dass die Kohle schwer zu fördern war, verkaufte er die Zeche recht schnell wieder.

1911 versuchte es der Bochumer Verein erneut, doch bereits 1925 wurde Teutoburgia wieder stillgelegt. Die Spuren dieser Zeit sind aber noch heute im Stadtteil sichtbar. Eine der schönsten Arbeitersiedlungen des Reviers wurde ab 1909 vor den Toren der Zeche gebaut und in den achtziger Jahren saniert.

Kunstwald Teutoburgia in Herne

1987 gründete sich ein Förderverein, um die restlichen Zechenanlagen zu erhalten und das Gelände künstlerisch zu nutzen. So entstand der Kunstwald Teutoburgia, der im Juni 1995 eröffnet wurde. Auch wenn das Gelände mittlerweile etwas verwahrlost ist, lohnt sich ein Besuch. Am Eingang zu diesem Zechenpark steht eine Stahlskulptur, die im Frühling und Sommer sicher noch einmal anders aussehen wird als auf meinem Foto, das Anfang April entstanden ist.

Beim Spaziergang über das Gelände ertönen plötzlich laute Stimmen und sphärische Klänge. Bei genauem Hinsehen kommen die Töne aus vier Holzpodesten, die über das Gelände verteilt sind. „Windmelodie aus der Tiefe“ heißt diese Klanginstallation.

Kunstwald Teutoburgia in Herne-Börnig

Wer sich etwas Zeit nimmt und herumläuft, wird noch mehr Kunst entdecken, nämlich Zitatensteine und einen Obelisk rund um das Entgasungsventil über dem ehemaligen Schacht 1. Ein weiterer Blickfang ist das Fördergerüst, das gegenüber der alten Maschinenhalle steht. Hier hat der Herner Künstler Christoph Schläger sein Atelier bezogen.

Maschinenhalle der ehemaligen Zeche Teutoburgia

Mit dem Rad ist die Zeche Teutoburgia übrigens gut zu erreichen, sie ist in die gut ausgeschilderte Route der Industriekultur eingebunden. Der Yachthafen Friedrich der Große am Rhein-Herne-Kanal ist nur wenige Kilometer entfernt, ebenso der Erinpark in Castrop-Rauxel oder die Fortbildungsakademie auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Mont-Cenis in Herne-Sodingen.

Planetenstraßen in Dortmund-Bövinghausen

Wer über den Springorum-Radweg und Altenbochum nach Gerthe hochradelt, hat den steigungsarmen Weg zur Zeche Zollern entdeckt, nebenbei bemerkt auch den zur Halde Schwerin in Castrop-Rauxel. Kurz vor der Zeche Zollern, die heute als Industriemuseum in  Dortmund-Bövinghausen fungiert, liegt ein ganzes Viertel mit Planetennamen.

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Das Viertel ist 1904 gebaut worden, kurz nachdem die Zeche Zollern ihren Betrieb aufnahm. Zollern ist eine späte Gründung, die meisten Zechen im Revier entstanden während der ersten „wilden“ Gründungsphase von 1850 bis 1870.

Zeche Zollern hingegen war eine Musteranlage der Gelsenkirchener Bergwerks AG und die Kolonie Landwehr wurde als Arbeitersiedlung im Gartenstadt-Stil errichtet und ebenso wie die Zeche sorgfältig geplant. Weiterlesen

Zeche Erin und der keltische Baumkreis in Castrop-Rauxel

Auf der Halde Schwerin in Castrop-Rauxel steht eine riesige Sonnenuhr. Sie besteht aus 24 Stelen und einem Stabdreieck, das genau nach Norden zeigt. Vier verschieden Treppen führen auf die Halde, sie markieren die vier Himmelsrichtungen.

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Schwerin war übrigens die erste Halde im Ruhrgebiet, die 1993 eine Landmarke bekam. Ein Besuch lohnt sich vor allem am Abend, wenn die Sonne zwischen den Stelen untergeht. Weiterlesen

Die Knappen-Halde in Oberhausen am Centro

An einem der ersten warmen Tage in diesem Jahr ging es am Rhein-Herne-Kanal entlang nach Oberhausen. Gegenüber vom Centro liegt eine der ersten und ältesten Halden des Reviers, die Knappenhalde.

Vom Centro aus war es schwierig, mit dem Rad einen direkten Weg zur Knappenhalde zu finden. Über die vielbefahrene Essener Straße und die Knappenstraße stößt man jedoch schnell auf den Fußweg, der in Spiralenform bis nach oben führt.

Knappenhalde am Centro in Oberhausen

Die Knappenhalde ist etwas über 100 Meter hoch und damit die höchste Erhebung der Stadt. Auf dem Plateau ist ein kleines Stahlgerüst, ein ca. 15 m hoher Aussichtsturm, ähnlich wie die Balkone auf der Halde Hoheward. Weiterlesen

Ein Friedhof für echte Schalke-Fans

Nur einen Steinwurf von der Schalke-Arena entfernt kann der Schalke-Fan seine letzte Ruhestätte finden. Im Dezember 2012 gab es die erste Bestattung auf dem Schalker Fan-Feld, so die offizielle Bezeichnung.

Schalke-Friedhof Gelsenkirchen

Die letzten Ruhestätten auf dem Friedhof Beckhausen-Sutum sind als kleines Stadion angelegt, mit zwei Toren und einem Mittelkreis in den Vereinsfarben Blau-Weiß. 1904 ist das Gründungsjahr des FC Schalke 04. Logisch, dass 1904 Liegestätten auf dem Gemeinschafts-Grabfeld Platz haben. Weiterlesen

Schurenbachhalde in Altenessen

Die Schurenbach-Halde in Altenessen ist zu jeder Tages- und Nachtzeit sehenswert. Ihre Lage im Essener Norden, am Rhein-Herne-Kanal, unweit vom Nordsternpark in Gelsenkirchen, erlaubt einen großartigen Rundblick über das Ruhrgebiet.

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Wer Richtung Westen schaut, sieht die Kokerei von Proper-Haniel und die Halde mit dem Tetraeder, weiter am Horizont ist bei klarer Sicht der Gasometer in Oberhausen zu sehen. Weiterlesen

Das Colani-Ei in Lünen

Neben dem Alien-Landeplatz auf der Rheinelbe-Halde findet der Ruhr-Tourist ein weiteres futuristisch anmutendes Ausflugsziel im Ruhrgebiet. Es ist das Ufo des Designers Luigi Colani, das über dem ehemaligen Förderturm der Zeche Minister Achenbach in Lünen, Ortsteil Brambauer schwebt.

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Erst 1900 wurde die erste Kohle auf dieser Zeche gefördert, obwohl sie bereites 1877 gegründet wurde. Weiterlesen