Malakowtürme in Bochum, Essen und Herne

Malakowtürme stammen aus den stürmischen Anfangsjahres des Bergbaus im Ruhrgebiet. Ein Malakowturm hat mehrere Meter dicke Mauern. Im Turm ist ein hölzernes Gerüst, unter dem eine Dampfmaschine steht und den Förderkorb mit Kohle und Bergmann nach unten und dann wieder nach oben transportiert.

Malakowturm Zeche Hannover in BochumAb ca. 1880/1890 ersetzte die Ingenieure das Holz durch Stahl. Fördergerüste standen nun neben den Maschinenhallen, in denen Dampfmaschinen und nach 1900 elektrische Fördermaschinen für den Antrieb sorgten.
Malakowturm Zeche Carl in Essen

Der Malakowturm verdankt seinen Namen den langjährigen Kriegen auf der russischen Halbinsel Krim. Dort gab es ein umkämpftes Fort, das Fort Malakow. Es lag in der Nähe von Sewastopol und wurde während des Krimkriegs 349 Tage belagert. Als die Gegner Russlands das Malakowfort 1856 endlich erobern konnten, war der Krieg gewonnen.

Malakowturm Zeche Unser Fritz in Herne

Seither ist Malakow der Inbegriff für ein stabiles und extrem sicheres Gebäude, astrologisch gesehen Saturn in Reinkultur. Wie und wann es nun dazu kam, dass die Fördertürme im schwarzen Revier Malakowtürme genannt wurden, weiß niemand. Aber der Name hat sich bis heute gehalten. Wie die Fotos zeigen, gibt es auch heute noch einige, gut erhaltene Exemplare im Ruhrgebiet.

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Über Schacht 1 der Zeche Sterkrade in Oberhausen steht kein Malakowturm, auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick so aussieht. Die Schachthalle aus Backstein ist ähnlich massiv gebaut wie die Malakows. Das Fördergerüst ist aber aus Stahl. Es ist eine Sonderform des deutschen Strebengerüsts, die Bauart Promnitz heißt.

Spätestens hier wird klar, dass die Geschichte der Fördertürme eine Wissenschaft für sich ist. Bleibt noch zu erwähnen, dass auch Köln einen Turm hat, der Malakowturm heißt, aber in Köln gibt es keinen Bergbau – und Köln liegt ja auch nicht im Ruhrgebiet, auch wenn die Domstadt letztens dank Googlemaps an der Ruhr lag. Das Kölner Exemplar ist am Rheinauhafen gelegen und war früher ein Wachturm.