Künstlerzeche Unser Fritz in Wanne-Eickel

Wer die Erzbahntrasse in Wanne-Eickel verlässt und an der ehemaligen Zeche Pluto vorbei in den Stadtteil „Unser Fritz“ radelt, landet auf dem Radweg der Industriekultur und fährt über eine der zahlreichen Brücken, die den Rhein-Herne-Kanal queren.

Wanne-Eickel Kanalbrücke

Auf der anderen Seite direkt unterhalb der Brücke finden Freunde des Ruhrpotts die Künstlerzeche „Unser Fritz“. Diese Zeche wurde damals nach dem beliebten Kronprinzen Friedrich Wilhelm benannt, der 1888 für insgesamt 99 Tage als Kaiser regierte. Nach der Eröffnung des Kanals 1914 hatte „Unser Fritz“ sogar einen eigenen Hafen, um die Kohle zu verschiffen.

Was nur wenige wissen: Als 1960 das große Zechensterben im Ruhrgebiet begann und Schacht 2/3 stillgelegt wurde, kam der Sohn eines Bergmanns, Helmut Bettenhausen, auf die Idee, die Räume der Zeche für seine künstlerische Arbeit zu nutzen.

Künstlerzeche Unser Fritz

So entstand die Künstlerzeche „Unser Fritz“ als erste gelungenen Umnutzung und Verwandlung von Industrieanlagen in ein Kultur-Projekt. Die engagierten Künstler der sechziger Jahre können sich also zu Recht als Trendsetter und Avantgarde fühlen.

Ab 1969 sorgten Bettenhausen und seine Freunde als Künstlergruppe B1 für Aufsehen. Sie verfassten ein Manifest, um die Hauptverkehrsader des Reviers, die heutige A40, mit ihren Ideen und Konzepten als Kunstboulevard zu gestalten.

Doch die Ideen der Gruppe ließen sich damals nicht umsetzen. Aus heutiger Sicht ist es faszinierend, zu sehen, wie früh die Kunstszene im Revier versuchte, die zerstörte Natur und die Stadtlandschaften künstlerisch zu gestalten – und dadurch aufzuwerten.

Künstlerzeche Unser Fritz am Kanal

Auch heute noch bietet die Künstlerzeche „Unser Fritz“ zahlreichen Künstlern Raum für Ateliers, es finden regelmäßige Ausstellungen statt und so ist diese Zeche am Kanal, der Reviera des Ruhrgebiets, ein Teil der überaus lebendigen Kulturszene im Pott.

Künstlerzeche Unser Fritz in Herne

Mit etwas Glück trifft man bei einem Besuch gleich einige Künstler vor Ort und kann sich spannende Geschichten erzählen lassen. Und auch diejenigen, die Helmut Bettenhausen vielleicht nicht namentlich kennen, aber schon einmal auf Crange waren, kennen seine Kunst.

Bunker Crange als Symbol der Integrationintegration

Er hat nämlich den Bunker auf dem Cranger Kirmesplatz in ein Symbol für Integration verwandelt.