Die Knappen-Halde in Oberhausen am Centro

An einem der ersten warmen Tage in diesem Jahr ging es am Rhein-Herne-Kanal entlang nach Oberhausen. Gegenüber vom Centro liegt eine der ersten und ältesten Halden des Reviers, die Knappenhalde.

Vom Centro aus war es schwierig, mit dem Rad einen direkten Weg zur Knappenhalde zu finden. Über die vielbefahrene Essener Straße und die Knappenstraße stößt man jedoch schnell auf den Fußweg, der in Spiralenform bis nach oben führt.

Knappenhalde am Centro in Oberhausen

Die Knappenhalde ist etwas über 100 Meter hoch und damit die höchste Erhebung der Stadt. Auf dem Plateau ist ein kleines Stahlgerüst, ein ca. 15 m hoher Aussichtsturm, ähnlich wie die Balkone auf der Halde Hoheward. Von dort bietet sich ein herrlicher Blick auf`s Centro und den Gasometer. In der Ferne am Horizont ist die schönste Halde des Reviers, die Halde Haniel zu sehen.

Knappenhalde in Oberhausen am Centroknappenhalde05

Wie die meisten Halden des Reviers ist auch die Knappenhalde aus Bergen entstanden, dem Gestein, das bei Kohlabbau gefördert und neben den Zechen gelagert wurde. Doch der Monte Schlacko, so heißt die Knappenhalde in Oberhausen, besteht auch aus der Schlacke der Hochöfen des ehemaligen Stahlkonzerns Gutehoffnungshütte (GHH).

Noch heute finden sich überall in der Stadt Spuren dieses ersten deutschen Montanunternehmens. Der Gasometer gehörte zur GHH und eine ganze Reihe von Zechen in und um Oberhausen.

Ein paar Sätze zur Entstehungsgeschichte: In Oberhausen wurde schon lange vor der ersten Gründerwelle von Kohle und Stahl ab Mitte des 18. Jahrhunderts das sogenannte Raseneisenerz abgebaut.

Die Brüder Franz und Gerhard Haniel kauften 1803 die St.-Antonyhütte, in der man aus diesem Erz Eisen gewann. Gemeinsam mit einem Kompagnon gründeten die beiden Brüder eine Firma, die „Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen“ (JHH), aus der dann die Gutehoffnungshütte (GHH) hervorging.

Die Knappenhalde wurde bereits ab Mitte der 50er Jahre begrünt. Gemeinsam mit der Halde Brockenscheidt in Waltrop zählt sie damit zu den Pionierprojekten für eine erfolgreiche Renaturierung von Bergehalden im Pott.

Auch wenn die Knappenhalde auf den ersten Blick etwas trostlos wirkt, ist sie doch künstlerisch gestaltet. Auf dem Weg nach oben sind 16 Zeichen und Symbole zu entdecken, die der Künstler Werner Philipp Klung als Mosaike aus Pflastersteinen gefertigt hat. So wird aus dem Monte Schlacko der „Berg der Arbeit“, denn das ist der Name dieser künstlerischen Installation.