Zeche Erin und der keltische Baumkreis in Castrop-Rauxel

Auf der Halde Schwerin in Castrop-Rauxel steht eine riesige Sonnenuhr. Sie besteht aus 24 Stelen und einem Stabdreieck, das genau nach Norden zeigt. Vier verschieden Treppen führen auf die Halde, sie markieren die vier Himmelsrichtungen.

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Schwerin war übrigens die erste Halde im Ruhrgebiet, die 1993 eine Landmarke bekam. Ein Besuch lohnt sich vor allem am Abend, wenn die Sonne zwischen den Stelen untergeht. Anfang des Jahres erzählten mit Freunde, dass es ganz in der Nähe einen keltischen Baumkreis gäbe. Was hat es mit diesem Baumkreis auf sich?

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Die alten Kelten lebten naturverbunden und teilten das Jahr nach den Bewegungen der Gestirne ein. Anders als die Griechen oder Ägypter hatten sie eine besondere Beziehung zu Bäumen. Wenn Miraculix seinen Zaubertrank herstellt und mit einer goldenen Sichel Mistelzweige abschneidet, wird ein Stück dieser alten Kultur wieder lebendig.

Während die Griechen jeden Monat einem Tierkreiszeichen zuordneten, haben die alten Kelten Bäume zugeordnet. So entspricht die letzte Dekade im Zeichen Fische und Jungfrau der Linde. Die Jahreszeitenanfänge haben noch einmal eigene Bäume. So gehört die Buche zum Winteranfang oder die Eiche zum Frühlingsbeginn. Insgesamt 22 Bäume bilden einen Jahres-Baumkreis.

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Auf der Suche nach dem keltischen Baumkreis, von dem ich wusste, dass er in der Nähe von Schacht 3 der Zeche  Erin steht, habe ich wieder und wieder nach Bäumen im Kreis gesucht – und nichts gefunden.

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Bis ich eines Tages den Steinkreis rund um den ehemaligen Schicht 3 von Erin genauer angeschaut habe. Und da ging mir ein Licht auf. Der keltische Baumkalender ist hier nämlich auf alten, leicht vermoosten Steinen niedergeschrieben. Und diese sind im Rund um den alten Förderturm angeordnet.

Mystisch oder magisch ist die Atmosphäre an der Bodelschwingher Straße nicht gerade, aber dafür steht hier einer der letzten Hammerkopffördertürme des Ruhrgebiets. Er wird nachts angeleuchtet und ist ein Wahrzeichen des Bergbaus in Castrop-Rauxel.

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Im Erin-Park, wenige Kilometer weiter, befindet sich noch ein altes Strebengerüst von Schacht 7 der Zeche Erin. Erin war eine der ersten Zechen im Ruhrgebiet und ist übrigens der alte gälische Name für Irland, denn von dort kam Thomas Mulvany 1858 in den tiefen Westen, um als Unternehmer In Herne und Umgebung das schwarze Gold zu fördern.

Die Zechen Hibernia in Gelsenkirchen und Shamrock in Herne waren Gründungen von Thomas Mulvany. Shamrock ist das Kleeblatt und das Kleeblatt ist ein irisches Nationalsymbol. Hibernia ist der lateinische Name für Irland. Der Steinkreis um den alten Förderturm von Erin wurde zu Ehren dieses Unternehmers errichtet.