Planetenstraßen in Dortmund-Bövinghausen

Wer über den Springorum-Radweg und Altenbochum nach Gerthe hochradelt, hat den steigungsarmen Weg zur Zeche Zollern entdeckt, nebenbei bemerkt auch den zur Halde Schwerin in Castrop-Rauxel. Kurz vor der Zeche Zollern, die heute als Industriemuseum in  Dortmund-Bövinghausen fungiert, liegt ein ganzes Viertel mit Planetennamen.

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Das Viertel ist 1904 gebaut worden, kurz nachdem die Zeche Zollern ihren Betrieb aufnahm. Zollern ist eine späte Gründung, die meisten Zechen im Revier entstanden während der ersten „wilden“ Gründungsphase von 1850 bis 1870.

Zeche Zollern hingegen war eine Musteranlage der Gelsenkirchener Bergwerks AG und die Kolonie Landwehr wurde als Arbeitersiedlung im Gartenstadt-Stil errichtet und ebenso wie die Zeche sorgfältig geplant.

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Wie in allen Arbeitersiedlungen des Reviers lassen sich auch hier die Hierarchien an den einzelnen Häusern ablesen. Die prachtvolle Direktorenvilla und die Steigerhäuser sind größer und aufwändig gestaltet, mit geschweiften Giebeln, Erkern und Zierfachwerk.

Für den einfachen Kumpel wurden 23 Arbeiterhäuser mit insgesamt 87 Wohnungen gebaut. Meist lebten vier Familien in einem Haus. Hinter jedem Haus war Platz für einen Nutzgarten und einen kleinen Stall, der Platz für die „Bergmannskuh“ und ein paar Hühner bot.

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Leider habe ich bis heute nicht herausgefunden, warum die Straßen Planetennamen bekommen haben. Nahezu jede Stadt im Revier hat ihre Glückauf-Straße und häufig sind die Straßen nach den Besitzern einer Zeche benannt.

Die Siedlung wurde übrigens gemeinsam mit der Zeche Zollern 2001 unter Denkmalschutz gestellt.